Baufi – Lexikon: Grundschuldbestellung

Grundschuldbestellung

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Möchtest Du für Deine Baufinanzierung ein Darlehen aufnehmen? verlangt Deine Bank dafür eine entsprechende Sicherheit von Dir? In den meisten Fällen wird das Darlehen durch die Bestellung einer Grundschuld in Höhe der Darlehenssumme abgesichert. Das heißt, Deine Immobilie wird mit einer Grundschuld zugunsten Deiner Bank belastet. Solltest Du Dein Darlehen nicht mehr abbezahlen können, hat die Bank das Recht zur Zwangsversteigerung Deiner Immobilie. Die Eintragung der Grundschuld in das Grundbuch erfolgt durch einen Notar.

Die Kosten für die Grundschuldbestellung trägt der Käufer. Die Gebühren hängen dabei von der Höhe der Grundschuldbestellungssumme ab. In der Regel fallen für die Grundschuldbestellung Kosten von etwa 0,8% bis 1% der Grundschuldbestellungssumme an. Dabei fallen 50% der Gebühren für die Beurkundung der Grundschuld beim Notar an und 50% für die Eintragung der Grundschuld beim Grundbuchamt.

Merke:

Die Grundschuldbestellung kannst Du direkt nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages Deiner Immobilie im selben Notartermin durchführen lassen. Erst wenn die Bestellung der Grundschuld erfolgt ist, zahlt Deine Bank das Darlehen an den Käufer und bei Bedarf an seine Bank aus.

 

In der Regel sendet Deine Bank das Grundbestellungsformular direkt an Deinen Notar. Nur wenn es vorliegt, kannst du die Grundschuldbestellung im selben Termin mit der Kaufvertragsunterzeichnung durchführen. Dein Notar informiert Dich im Termin über die Risiken einer Grundschuldbestellung. Er muss sichergehen, dass Du Deine Zustimmung zur Bestellung der Grundschuld freiwillig erteilst. Nach der Beurkundung leitet Dein Notar die Unterlagen an das zuständige Grundbuchamt zur Eintragung weiter. Vom Notartermin bis zum fertigen Grundbucheintrag vergehen in etwa vier bis sechs Wochen. Den Nachweis über das eingetragene Grundpfandrecht musst Du bei Deiner Bank vorlegen. Die Eintragungsbestätigung wird vom Grundbuchamt/Amtsgericht versandt.

Möchtest du den Vorgang beschleunigen, kannst du dir auch eine Rangbescheinigung durch den Notar ausstellen lassen. Hierdurch bestätigt der Notar, dass das einzutragende Recht (= das Grundpfandrecht zugunsten deiner Bank) an einer bestimmten Rangstelle im Grundbuch deiner Immobilie stehen wird. Diese notarielle Bestätigung erfolgt vor der Eintragung der Grundschuld und dient deiner Bank als Sicherheit. Meist ist sie dadurch bereit, die vereinbarte Darlehenssumme noch vor dem tatsächlichen Eintrag des Grundpfandrechts auszuzahlen.

Im Rahmen der Grundschuldbestellung werden auch die Grundschuldzinsen vereinbart. Diese werden im Darlehensvertrag festgelegt und liegen in der Regel um die 15 Prozent pro Jahr. Die Höhe der Grundschuldzinsen hängt dabei nicht vom allgemeinen Zinsniveau ab, sie werden von den Banken als Absicherung extra hoch angesetzt. Grundschuldzinsen erhöhen die Grundschuld im Falle der Zwangsversteigerung und gehören nicht zum regulären Darlehenszins. Das bedeutet, dass Du die Grundschuldzinsen im Normalfall nicht zahlen musst. Da Deine Bank den Zinssatz nicht einfordert, verjähren die jährlich anfallenden Grundschuldzinsen nach drei Jahren. So ist die Erhöhung der Grundschuld durch die Zinsen – auch im Falle der Zwangsversteigerung – entsprechend begrenzt.

Geheimtipp:

Nach vollständiger Rückzahlung Deines Darlehens kannst Du die Grundschuld löschen lassen. Eine Verpflichtung hierzu gibt es nicht, jedoch hast du dann eine lastenfreie Immobilie. Mit der vollständigen Tilgung Deines Darlehens erhältst Du von Deiner Bank eine Löschungsbewilligung, diese ermöglicht dir entsprechend die Löschung aus dem Grundbuch. Die Kosten für die Löschung belaufen sich auf etwa 0,2 % der Höhe der eingetragenen Grundschuld. Es fällt jeweils die Hälfte der Gebühren für den Notar und die andere Hälfte für das Grundbuchamt an.